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Europäischer Triumph im Regen: Ein Rückblick auf den historischen Solheim Cup 2026

https://www.theguardian.com/sport/2026/sep/13/europe-win-solheim-cup-against-usa-anna-nordqvist-golf-report

· Nicos KI

Europäischer Triumph im Regen: Ein Rückblick auf den historischen Solheim Cup 2026

Die endgültige Entscheidung über den historischen Turniersieg fiel schließlich durch das perfekte Zusammenspiel eines weiteren Rookies und einer erfahrenen Veteranin.

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Ein dramatisches Turnierwochenende in den Niederlanden

Die zwanzigste Ausgabe des Solheim Cups, die vom 11. bis zum 13. September 2026 stattfand, wird als eines der spannendsten Turniere in die Geschichte des Damengolfs eingehen. Auf dem prestigeträchtigen Platz des Bernardus Golf in Cromvoirt in den Niederlanden lieferten sich die besten Golferinnen aus Europa und den Vereinigten Staaten ein packendes Duell. Am Ende konnte das Team Europa unter der Führung der schwedischen Kapitänin Anna Nordqvist die begehrte Kristalltrophäe mit einem Endstand von 15 zu 13 Punkten gegen die von Angela Stanford angeführten US-Amerikanerinnen zurückerobern. Für die USA bedeutet dies, dass ihre Durststrecke auf europäischem Boden weiter anhält, denn ihr letzter Auswärtssieg datiert nach wie vor aus dem Jahr 2015, als das Turnier in Deutschland ausgetragen wurde.

Der Austragungsort und die Ausgangslage der Teams Die Bühne für dieses sportliche Spektakel bot der Championship-Kurs von Bernardus Golf, ein vom renommierten Golfplatzarchitekten Kyle Phillips entworfener Heideplatz mit einem kompakten Layout und überaus tückischen Wasserhindernissen. Die europäische Kapitänin Anna Nordqvist, die erst im Vormonat im Alter von nur 39 Jahren überraschend ihren Rücktritt vom aktiven professionellen Golfsport verkündet hatte, führte ein Team an, das mit einer perfekten Mischung aus enormer Erfahrung und frischem Talent gespickt war. Neben Veteraninnen wie der Engländerin Charley Hull und der Spanierin Carlota Ciganda, die in den Niederlanden beide bereits zum achten Mal am Solheim Cup teilnahmen, berief Nordqvist gleich vier Rookies in ihre Mannschaft: Lottie Woad, Nastasia Nadaud, Julia Lopez Ramirez und Mimi Rhodes. Auf der amerikanischen Seite vertraute Kapitänin Angela Stanford auf hochdekorierte Kräfte wie die Weltranglistenerste Nelly Korda und Megan Khang, die jeweils ihren fünften Solheim Cup spielten, brachte mit Lindy Duncan und Auston Kim aber ebenfalls zwei Debütantinnen mit. Die US-Spielerinnen galten aufgrund ihrer Erfolge auf der Tour als leichte Favoritinnen, da sie vor dem Turnier 34 LPGA-Titel und sechs Major-Siege im Team vereinten, während das europäische Roster lediglich auf 22 LPGA-Titel und zwei Major-Erfolge kam.

Ein ausgeglichener Auftakt an den ersten beiden Tagen In den Foursome- und Fourball-Matches am Freitag und Samstag zeichnete sich früh ab, dass sich die beiden Kontinentalteams absolut auf Augenhöhe begegneten und sich keinen Zentimeter schenkten. Nach einem permanenten Auf und Ab stand es vor dem alles entscheidenden Finalsonntag exakt 8 zu 8 unentschieden, was eine enorme Spannung für die verbleibenden zwölf Einzelmatches versprach. In der bisherigen Geschichte des Turniers war es zuvor siebenmal passiert, dass beide Teams punktgleich in den Finaltag starteten, und in all diesen Fällen hatte am Ende stets die Heimmannschaft den Titel gewonnen oder ihn als amtierender Titelverteidiger zumindest behalten.

Die entscheidenden Einzelmatches im strömenden Regen Der Finalsonntag wurde von starkem Regen in den Niederlanden begleitet, was die Bedingungen auf dem ohnehin schon anspruchsvollen Platz noch schwieriger machte. Kapitänin Anna Nordqvist bewies jedoch ein goldenes Händchen bei ihrer Aufstellung und schickte Charley Hull im allerersten Match auf den Platz. Obwohl Hull an den Vortagen extrem mit ihrem Putter zu kämpfen hatte, rechtfertigte sie das absolute Vertrauen ihrer Kapitänin. Sie ging sofort am ersten Loch in Führung und besiegte die Amerikanerin Megan Khang, die auf den regennassen Grüns Probleme mit der Geschwindigkeit hatte, letztlich souverän mit 3 und 2. Dies war ein immens wichtiger Startschuss, der das Leaderboard früh in ein dominantes europäisches Blau tauchte und der gesamten Heimmannschaft enormen Rückenwind verlieh.

Amerikanischer Kampfgeist und ein historisches Comeback Die USA steckten den frühen Rückschlag jedoch keineswegs einfach weg, was sich nirgends eindrucksvoller zeigte als im nervenaufreibenden Duell zwischen der Amerikanerin Alison Lee und der Deutschen Esther Henseleit. Henseleit erwischte einen fulminanten Start und lag nach elf gespielten Löchern bereits komfortabel mit vier Löchern vorn. Doch dann startete Alison Lee das größte und spektakulärste Comeback in einem Solheim-Cup-Einzel seit dem Jahr 2013. Sie fand plötzlich ihren Rhythmus, glich das Match an der sechzehnten Spielbahn aus und ging mit einem Birdie an der Siebzehn erstmals in Führung, um das Match schließlich mit 1 auf für sich zu entscheiden. Auch die amerikanische Weltranglistenerste Nelly Korda zeigte ihre unbestrittene Klasse und sicherte den USA einen wichtigen Punkt durch einen 4 und 2 Sieg gegen die mutig aufspielende europäische Debütantin Mimi Rhodes. Korda hatte dabei zwischenzeitlich mit drei aufeinanderfolgenden Birdies auf den vorderen Neun eindrucksvoll die Kontrolle über die Partie übernommen.

Schwedische Dominanz und überragende europäische Rookies Trotz dieser amerikanischen Nadelstiche und Widerstände nahm der europäische Sieg im Laufe des feuchten Nachmittags immer deutlichere Konturen an. Die absolute Ausnahmespielerin des Turniers war zweifelsohne die Schwedin Linn Grant. Sie deklassierte ihre amerikanische Kontrahentin Angel Yin, die auf den ersten neun Löchern gleich fünf Bogeys in Folge hinnehmen musste, glatt mit 4 und 3. Grant beendete ihre Turnierwoche in den Niederlanden somit mit einer völlig makellosen Bilanz von vier vollen Punkten aus vier gespielten Matches. Ebenso beeindruckend war, dass die europäischen Neulinge dem enormen Druck eines Heimsieges standhielten. Die Dänin Nanna Koerstz Madsen besiegte Allisen Corpuz mit 2 und 1, und der französische Rookie Nastasia Nadaud steuerte einen weiteren wichtigen Punkt durch einen klaren 3 und 2 Erfolg über Andrea Lee bei.

Die finale Erlösung durch Lottie Woad und Carlota Ciganda Die endgültige Entscheidung über den historischen Turniersieg fiel schließlich durch das perfekte Zusammenspiel eines weiteren Rookies und einer erfahrenen Veteranin. Die junge englische Debütantin Lottie Woad, die in ihrem Match gegen Auston Kim nach elf Löchern ebenfalls schon deutlich mit 4 auf geführt hatte, musste noch einmal stark zittern, als Kim drei Löcher in Folge gewann und enormen Druck aufbaute. Woad behielt im entscheidenden Moment jedoch die Nerven, lochte einen wichtigen Par-Putt am 17. Grün und sicherte mit einem 2 und 1 Sieg den 14. Punkt für Europa. Da die spanische Routinierin Carlota Ciganda in ihrem Match gegen Jennifer Kupcho zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich mit drei Löchern führte und nur noch drei Löcher zu spielen waren, war Europa der benötigte halbe Punkt für den Gesamtsieg mathematisch nicht mehr zu nehmen. Ciganda, die Kupcho den gesamten Tag über kontrollierte und nicht ein einziges Mal in Rückstand geriet, krönte die europäische Meisterleistung kurz darauf offiziell mit einem 3 und 2 Sieg und steuerte den siegbringenden 15. Punkt bei. Bei der anschließenden emotionalen Siegerehrung zeigte sich Anna Nordqvist tief bewegt, lobte die harte Arbeit ihres Betreuerteams und betonte stolz, dass absolut jede Spielerin ihren wertvollen Teil zu diesem unvergesslichen 15 zu 13 Triumph beigetragen habe.

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